Hutba - Im neuen Jahr nach vorne schauen

25. Dezember 2015

Verehrte Muslime!
Im Koran heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah! Und eine jede Seele habe auf das acht, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Allah. Allah weiß sehr wohl, was ihr tut.“[1]

 

Liebe Geschwister!
Zu Beginn eines jeden neuen Jahres bemerken wir, dass wir vieles hinter uns gelassen haben und staunen darüber, wie schnell die Zeit vergeht. Jedes neue Jahr erinnert uns an das Jenseits und die Wiederauferstehung. Doch anstatt zu bedauern, dass die Zeit so schnell vergangen ist, sollten wir lieber darüber nachdenken, was wir noch vor uns haben. Denn eine Eigenschaft des Muslims ist, dass er das Diesseits mit Blick auf das Jenseits bewertet.

Verehrte Muslime!
Ohne das Jenseits hat das Leben keinen Sinn. Seit Adam (a) und seiner Frau Hawwa (r) versucht der Teufel, die Menschen von dem sinnvollen Leben abzuhalten. Dafür nutzt er das Verlangen des Menschen aus, unsterblich sein zu wollen. Adam (a) und seine Frau haben von der Frucht des verbotenen Baumes gegessen. Das war ihre Prüfung. Unsere Prüfung ist, auf dem geraden Weg des Islams zu bleiben. Aber kreisen unser Verstand und unser Herz wirklich nur um den Sirât al-Mustakîm, also den rechten Weg? Diese Frage müssen wir uns stellen, wenn wir im neuen Jahr unser Leben noch stärker auf das Jenseits ausrichten möchten.

Liebe Geschwister!
Unser hektischer Alltag verhindert, dass wir uns Zeit nehmen, um über das nachzudenken, was wir in unserem Leben versäumt haben. Doch viel wichtiger als über die Vergangenheit nachzudenken ist es, in Zukunft alles besser zu machen. Das Diesseits ist nur ein Saatfeld. Es hat vieles zu bieten, kann uns aber auch vom Wesentlichen abhalten. Wichtig ist, dass wir uns nicht davon verblenden lassen, sondern schon im Diesseits unser Jenseits vorbereiten.

Die ständige Erwähnung des Jenseits erinnert uns daran, dass dieses Leben eine Prüfung ist. Im Jenseits werden wir uns für alles verantworten müssen. Allah erinnert uns an diese Wahrheit, indem er sagt: „ Und eine jede Seele habe auf das acht, was sie für morgen vorausschickt.“

Verehrte Muslime!
Lasst uns nicht dem Vergangenen nachtrauern, sondern lasst uns nach vorne schauen. Lasst uns darüber nachdenken, was wir zukünftig ändern müssen, damit wir im Jenseits nicht in Erklärungsnot geraten, wenn wir am Tag des Gerichts vor Allah Rechenschaft ablegen.

Sicherlich hat jeder eine verbotene Frucht, von der er schonmal gegessen hat. Aber vergesst nicht: Allah ist vergebend und barmherzig. Die einzige Bedingung, seine Vergebung zu erfahren, ist der Ihlâs, eine aufrichtige Tawba und der Wille, sich den verbotenen Früchten nicht wieder zu nähern. Allah nahm die Tawba Adams (a) und seiner Frau an. Wenn wir wie Adam (a) und Hawwa (r) unsere Taten hinterfragen und Zuflucht bei Allah suchen, werden wir unsere Zukunft besser zu nutzen wissen.

[1] Sure Haschr, 59:18

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.