Hutba: Hilfe in schweren Zeiten

02. März 2018

Verehrte Geschwister!

In dem vorhin rezitierten Koranvers heißt es: „Jeder wird den Tod erleiden; dann kehrt ihr zu mir zurück.[1] Jedes Lebewesen wird eines Tages mit dem Tod konfrontiert werden. Denn der Tod ist sowohl die Antwort auf das Geheimnis des Lebens als auch eine Prüfung für uns. In den Suren Bakara und Mulk heißt es dazu: „Der Tod und Leben schuf, um zu prüfen, wer von euch am besten handelt. Und er ist der Erhabene, der Verzeihende.“[2] „Und wahrlich, wir werden euch mit Furcht prüfen sowie mit Hunger und Verlust an Besitz und Menschenleben und Früchten; doch verkünde den Standhaften Heil.“[3] Jeder wird also eines Tages sterben. Wann das geschieht, weiß nur Allah: „… Und niemand (sonst) weiß, in welchem Lande er sterben wird.“[4]

 

Liebe Geschwister!

Für uns Muslime heißt das, dass wir uns auf die Prüfung des Todes vorbereiten sollten. Dazu ist es notwendig, aufrichtig zu sein, an den Glaubensgrundlagen festzuhalten, an Allah und den Tag des Jüngsten Gerichts zu glauben, als würden wir beides sehen und erleben. Für alles Gute und Schlechte werden wir im Jenseits von Allah zur Rechenschaft gezogen. Dieses Bewusstsein bildet eine stabile Grundlage für die Aufrichtigkeit in unseren Taten.

Verehrte Muslime!

Wir Muslime haben die Aufgabe und Ehre, unsere Verstorbenen angemessen zu beerdigen. Die Totenwaschung, das Bekleiden des Toten mit dem Leichentuch, das Totengebet und Kondolenzbesuche bei den Angehörigen gehören zu unseren religiösen Pflichten. Für manche zählt dazu auch der Transport des Toten in sein Herkunftsland. Jeder von uns sollte deshalb auf den Tod vorbereitet sein – auch aus finanzieller Sicht.

Als Muslime sind wir aufgefordert, uns gegenseitig zu helfen, denn unser Prophet sprach: „Wer seinen Geschwistern in der Not beisteht, dem steht Allah in seiner eigenen Not bei. Und wer einem Muslim eine Sorge abnimmt, dem nimmt Allah eine Sorge von den Sorgen am Tage der Auferstehung ab. Und wer einen Muslim nicht bloßstellt, den stellt Allah nicht bloß am Tage der Auferstehung. Solange der Mensch seinen Geschwistern hilft, solange wird auch Allah ihm beistehen.“[5]

Der Umgang mit verstorbenen Muslimen ist ein sehr wichtiges Thema. Unsere Gemeinschaft hat mit dem IGMG Bestattungshilfeverein eine Einrichtung geschaffen, die Muslimen in dieser schweren Zeit beisteht. In ihrem eigenen Interesse möchten wir unsere Geschwister dazu einladen, Mitglieder dieses solidarischen Vereins zu werden. Möge Allah barmherzig sein mit unseren Verstorbenen, möge er uns ein gesundes und ein langes Leben schenken.

[1] Sure Ankabût, 29:57
[2] Sure Mulk, 67:2
[3] Sure Bakara, 2:155
[4] Sure Lukmân, 31:34
[5] Tabarânî, Mudschamu al-Awsat, 1, 63; Buhârî, Mazalim, 3; Birr, 59; Abû Dâwûd, Adab, 38; Tirmizî, Hudud, 3

 fatih-logo-original250x50

white_star.png

Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

white_important.png

Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.