Hutba: Denk an die Zukunft!

13. Januar 2017

Verehrte Muslime!
Jeden Tag bemühen wir uns, für den Lebensunterhalt unserer Familie aufzukommen. Wichtig dabei ist, dass wir unseren Lebensunterhalt halal bestreiten.

 

Natürlich dürfen wir als Muslime auch Besitz und Eigentum erwerben. Zum Dank spenden wir einen Teil davon den Armen und Bedürftigen. Doch wieso häufen wir Besitz und Reichtum an? Die spontane Antwort hierauf dürfte lauten: Um vorzusorgen, falls wir in Zukunft arbeitsunfähig werden sollten, oder: um unseren Kindern eine Zukunft frei von finanziellen Sorgen zu ermöglichen. Das alles ist rechtens, wenn wir immer darauf achten, entsprechend der islamischen Ethik zu handeln.

Wenn wir von Zukunft sprechen, meinen wir die zukünftige Situation unserer Kinder, Enkel und der nachfolgenden Generationen. Für sie ist es wesentlich, ihre Identität und Würde als Muslime in dieser Gesellschaft weiterhin wahren zu können.

Liebe Geschwister!
Um unsere Ziele zu erreichen müssen wir als Gemeinschaft zusammenhalten. Alle unsere Einrichtungen, vor allem unsere Moschee, in der wir uns heute versammelt haben, aber auch unsere Bildungszentren, Schulen und andere Einrichtungen, konnten nur durch gemeinsame Anstrengungen gegründet werden. Und nur mit vereinten Kräften können sie erhalten werden.

Wenn wir uns von der Gemeinschaft trennen, bleiben wir auf unserem Weg allein. Der materielle Reichtum, den wir für unsere Kinder und Enkel angehäuft haben, kann uns schaden. Im Koran heißt es: „Der Mensch betet für das Schlechte, wie er für das Gute betet; denn der Mensch ist stets voreilig.“[1] Das heißt, dass auch jemand, der nur um Gutes bittet, Schlechtes erhalten kann, wenn er unüberlegt handelt. Es ist deshalb sehr wichtig, unsere Einrichtungen gemeinsam zu erhalten und weiter auszubauen.

Mit jeder neuen Moschee, jedem neuen Kindergarten und Korankurs und jedem neuen Bildungszentrum schaffen wir einen Ort, an dem für das Gute gebetet wird. Allah helfe uns dabei!

Wir alle haben den Wunsch, unseren Kindern Geld und Besitz zu hinterlassen, damit sie es in Zukunft leichter haben. Noch wichtiger ist es aber, Einrichtungen zu haben, in denen sie ihre muslimische Identität wahren und eine gute Bildung erhalten können.

Verehrte Muslime!
Unser Prophet sagte: „Ein Vater kann seinem Kind kein wertvolleres Geschenk machen als eine gute Erziehung.“[2] In einem Umfeld, in dem Moral und Spiritualität mehr und mehr an Bedeutung verlieren, sollten wir uns fragen, ob wir unseren Kindern diese Erziehung ermöglichen, wenn wir uns von der Gesellschaft isolieren. Die Antwort lautet: nein. Allein schaffen wir das nicht. Es sind vor allem unsere Einrichtungen, in denen unsere Kinder und Jugendlichen eine gute Erziehung und Bildung erhalten. Diese wird dann zuhause und von den Eltern und weitergefasst von Verwandten, Nachbarn, Freunden und Bekannten ergänzt.

Deshalb, liebe Geschwister, informiert euch über die Projekte, die unsere Gemeinschaft Jahr für Jahr anbietet, und beteiligt euch daran. Möge Allah eure guten Taten und Absichten annehmen und euch gute Nachkommen geben.

[1] Sure Isrâ, 17:11
[2] Tirmîzî, Birr, 58, Hadith Nr. 1952

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.