18. September 2020

Verehrte Muslime!

Wir alle möchten den Menschen nahestehen, die wir lieben und schätzen. Wir möchten immer Kontakt zu ihnen haben und uns mit ihnen unterhalten. Wir vermissen sie, wenn wir nicht bei ihnen sind und sie nicht sehen können. Ein Mumin, also ein Gläubiger, spürt diese Nähe allen voran zu Allah. Er möchte eine Beziehung zu ihm aufbauen. Das tägliche Gebet und unsere Duâs, also unsere Bittgebete, sind die schönsten Möglichkeiten dafür. Duâ ist, dass wir unsere Schwäche erkennen, Allah unsere Bedürfnisse und Wünsche mitteilen und für deren Erfüllung beten. Ob mit oder ohne Worte oder durch Taten; Duâ ist eine Kommunikation zwischen Allah und seinen Geschöpfen.

11. September 2020

Verehrte Muslime!

Die Identität eines Menschen ist durch seine Familie, Herkunft und Religion bestimmt. Dasselbe gilt auch für die Gruppe, Rechtsschule oder Gemeinschaft, der er angehört. All diese Bindungen stellen im Grunde genommen eine Zugehörigkeit dar. Es ist undenkbar, die Identität von der Zugehörigkeit eines Muslims zu trennen. Auch, dass ein Muslim sich von seiner Identität und dem Zugehörigkeitsbewusstsein differenziert betrachtet, ist unmöglich. Der Islam lehnt die Identität und Zugehörigkeit eines Menschen nicht ab. Vielmehr bringt er sie in ein Gleichgewicht. Die Religion, also die religiöse Zugehörigkeit, ist maßgebend. In einem Koranvers heißt es: „Er sprach: ‚O Nûh! Er gehörte doch nicht zu deiner Familie; denn sein Benehmen war unrecht.‘“[1] Nûhs (a) Sohn gehörte also nicht zur Familie, weil er ungläubig war. Das heißt: Ohne die Einheit von Religion und Bewusstsein ist die Identität und Zugehörigkeit nicht vollständig.

04. September 2020

Verehrte Muslime!

Das Ehe- und Familienleben gehört zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen. Es ist kein Zufall, dass mit den ersten Menschen auch die ersten Familien entstanden sind. Allah und der Gesandte empfehlen uns, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Jeder, der heiraten kann, soll das möglichst bald tun und es nicht weiter hinauszögern. Denn die Ehe wird in nahezu allen heiligen Büchern empfohlen. In der Ehe können die menschlichen Bedürfnisse am besten befriedigt werden. Im Koran wird uns dieser Aspekt am Beispiel des Propheten Yûsuf (as) nähergebracht. Die Prüfung von Yûsuf (as) zeigt uns, dass jeder Mensch mit seinem Nafs geprüft wird. Yûsuf (as) hat seine Prüfung mit der Hilfe Allahs bestanden. Vor diesem Hintergrund sind folgende Worte unseres Propheten ﷺ zu verstehen: „Wer heiratet vervollständigt damit seinen halben Iman. So soll jener Allah im Hinblick auf die verbleibende Hälfte fürchten‘.“[1]

Unser Prophet ﷺ legt den Jugendlichen das Heiraten deshalb nahe, weil er weiß, dass sie den Versuchungen im Jugendalter stärker ausgesetzt sind. Aus diesem Grund soll jeder junge Erwachsene, der die Möglichkeit dazu hat, heiraten. Wer das tut, folgt der Sunna des Propheten ﷺ.

28. August 2020

Verehrte Muslime!

Wir befinden uns im Muharram, dem ersten Monat des islamischen Kalenders. Dieser Monat gehört zu den vier sogenannten „geschützten Monaten“. Im Koran heißt es dazu: „Siehe, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf, gemäß dem Buche Allahs, seit dem Tage, an dem er die Himmel und die Erde erschuf. Davon sind vier geschützt. Das ist das ewig gültige Gesetz. Darum versündigt euch darin nicht“[1] Allahs Gebote sind also immer und überall gültig, und die geschützten Monate gelten als „heilig“. Das bedeutet: Gute oder schlechte Taten darin werden mehrfach belohnt oder bestraft.[2]

21. August 2020

Verehrte Muslime!

Im Laufe der Geschichte wurden gläubige Menschen immer wieder verfolgt und vertrieben, nur weil sie an Allah glauben. Auch unser Prophet ﷺ und seine Gefährten wurden deshalb verfolgt. Die mekkanischen Polytheisten, die sich der Wahrheit verschlossen hatten, ließen die Muslime quälen und hungern. Viele Prophetengefährten, darunter auch Yâsir (r) und seine Familie, wurden sogar zu Tode gefoltert.

14. August 2020

Verehrte Muslime!

Wir alle haben das Bedürfnis nach Nähe zu anderen Menschen. Als Muslime ist es uns aber besonders wichtig, Allah nahe zu sein. In einem Hadith Kudsî sagt unser Schöpfer über jene, die ihm nahe sind: „Wer einen meiner aufrichtigen Diener bekämpft, der unter meinem Schutz steht, den bekämpfe ich. Mein Diener nähert sich mir nicht mit etwas, das ich mehr liebe, als das, was ich ihm als Pflicht auferlegte. Und mein Diener fährt fort, sich mir durch die Nâfila-Gebete zu nähern, bis ich ihn liebe. Und wenn ich ihn liebe, bin ich sein Ohr, mit dem er hört, sein Auge, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er zupackt und sein Fuß, mit dem er geht. Wenn er mich um etwas bittet, werde ich seinen Wunsch erfüllen, und wenn er bei mir Zuflucht sucht, werde ich ihm gewiss Zuflucht gewähren.[1]