Hutba: Wir alle sind Kinder Adams

17. März 2017

Verehrte Muslime!
Der Islam lehnt Diskriminierung ab. Dabei macht es keinen Unterschied, welche Herkunft oder Hautfarbe ein Mensch hat und welche Sprache er spricht. Laut Vers 13 der Sure Hudschurât wurde die gesamte Menschheit aus einem Mann und einer Frau erschaffen. Aus ihnen gingen viele Völker hervor. Es gibt nur einen Maßstab, nämlich Takwâ. Alle anderen Kriterien der Überlegenheit wie die Rasse, Hautfarbe oder Sprache sind diskriminierend und deutlich abzulehnen.

Liebe Geschwister!
Wir Menschen sind alle Geschöpfe Allahs. Der Sinn unseres Daseins ist es, Allahs Weg zu finden und daran festzuhalten. Unser Ziel ist es, ihm ein guter Diener (Abd) zu sein. Je mehr wir uns bemühen, umso höher wird unser Rang bei Allah sein. Wenn wir seinen Geboten folgen und seine Verbote meiden, also ein Leben im Einklang mit seinem Willen führen, werden wir reichlich belohnt werden. Wir dürfen uns nicht überlegen fühlen, nur weil wir zu einer bestimmten Gruppe gehören. Erst recht dürfen wir deshalb niemanden als minderwertig betrachten. In einem Koranvers heißt es: „O ihr, die ihr glaubt, eine Menschengruppe verspotte nicht die andere. Womöglich sind die Verspotteten besser als die Spottenden.“[1]

Verehrte Muslime!
Gläubige Menschen achten alle Geschöpfe, denn hinter all ihnen steht Allah als der Schöpfer aller Dinge. Ein guter Muslim darf niemanden nach seinem Äußeren oder seiner Gruppenzugehörigkeit beurteilen. Denn als Muslim weiß er, dass Allah nicht auf das Aussehen achtet, sondern auf die Taten. Daher bemüht der Muslim sich um mehr Takwâ und Ahlâk. Erinnern wir uns an die Worte unseres Prophet vor mehr als 1400 Jahren bei seiner Abschiedspredigt: „O ihr Menschen, achtet gut auf meine Worte. Euer Herr ist einer. Euer Vater ist auch einer. Ihr seid alle Kinder Adams, und Adam ist aus Lehm. Weder steht der Araber über dem Nichtaraber oder der Nichtaraber über dem Araber, noch steht der Hellhäutige über dem Dunkelhäutigen oder der Dunkelhäutige über dem Hellhäutigen. Überlegenheit besteht allein in der Gottesfurcht.“[2]

Liebe Geschwister!
Leider ist Diskriminierung weltweit immer noch ein großes Problem. Die Konflikte zwischen Religionen und Glaubensrichtungen in der islamischen Welt einerseits sowie der Rassismus und seine Folgen im Westen andererseits kosten die Menschen ihre Freiheit, Sicherheit, ihren Besitz und manchmal auch ihr Leben. Diese Situation stellt uns Muslime vor große Herausforderungen. Wir Muslime sind gegen jede Art von Rassismus. Uns gegen Rassismus zu stellen, ist eine Pflicht.

In einer Welt der blinden Zerstörung ist es unsere Aufgabe als Gemeinschaft, die Herzen der Menschen zu erreichen. Anstelle von Krieg und Konflikt, deren Hauptursachen Ungleichheit und Diskriminierung sind, treten wir ein Gerechtigkeit und Solidarität, komme was wolle.

[1] Sure Hudschurât, 49:11
[2] Schuab al-Îmân, 7/162, Hadith Nr. 4774

 

 

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.