Hutba: Tawhîd: Bedeutung und Botschaft

16. Februar 2018

Verehrte Muslime!

Wisse, dass es keinen Gott gibt außer Allah.“[1] Der erste Schritt zum Tawhîd, der in diesem Koranvers genannt wird, ist also das Wissen. Dem folgt der Glaube und die Bestätigung dieses Glaubens. Ohne das Wissen um den Tawhîd kann es keinen richtigen Glauben und keine guten Taten geben. Allah zu kennen ist also die Grundlage des Tawhîds. Wie aber können wir Allah kennen? Wer seine eigenen Grenzen erkennt, begreift zugleich auch die Grenzenlosigkeit und Erhabenheit Allahs. Kurz gesagt: „Wer sich kennt, der erkennt auch Allah.“

 

Liebe Geschwister!

Der Koran berichtet von jenen, die sich und Allah nicht kannten. Unter den Menschen, denen vorübergehend Macht, Reichtum und Einfluss gegeben wurde, gab es einige, die sich auflehnten und sich sogar als Götter bezeichneten. Es gab auch solche, die mit sich selbst zufrieden waren und meinten, Allah nicht zu benötigen. Wenn der Mensch vergisst, dass alle Gaben Allahs zugleich eine Prüfung sind, dann verzerrt sich auch seine Vorstellung von Allah. Dies kann dem Tawhîd schaden. Deshalb war die Richtigstellung des Tawhîd-Glaubens das Ziel aller Propheten und derjenigen, die ihnen folgten.

Verehrte Muslime!

Ein Beispiel für den Kampf um den Tawhîd ist der Streit zwischen dem Propheten Ibrâhîm (a) und Namrûd. Als Ibrâhîm (a) sagte: „Mein Herr ist der, welcher lebendig macht und sterben lässt“, antwortete Namrûd: „Ich bin derjenige, der lebendig macht und tötet.“ Als Ibrâhîm (a) dann jedoch sagte: „Allah bringt die Sonne vom Osten, so bring du sie vom Westen“, konnte er nicht darauf antworten. [2] Namrûd erkannte seine Grenzen als Mensch. Doch anstatt sich Allah zuzuwenden, ließ er Ibrâhîm (a) ins Feuer werfen. Diese Haltung ist eine offensichtliche Abkehr von der Wahrheit, dass es keinen Gott gibt außer Allah.

Liebe Geschwister!

Ein anderes Beispiel ist die Auseinandersetzung zwischen den Muslimen und den Götzenanbetern in Mekka. Die Götzenanbeter wussten, dass Allah der Schöpfer ist. In einem Koranvers heißt es: „Und wenn du sie fragst: ‚Wer hat die Himmel und die Erde erschaffen und die Sonne und den Mond dienstbar gemacht?’, dann sagen sie gewiss: ‚Allah.’“[3] Wo aber lag dann das Problem der Götzenanbeter? Sie glaubten, dass sich Allah nicht in die weltlichen Dinge und das Leben der Menschen einmischt. Deshalb haben sie sich anderen Gottheiten als „Helfer“ zugewandt. Sie begrenzten Allahs Handlungsrahmen und lehnten es ab, zu glauben, dass Allah Herr über alles ist. Kurz: Sie verwarfen den Glauben an seine Einzigkeit, den Tawhîd.

Verehrte Muslime!

Der Tawhîd ist keine Nebensache, sondern von zentraler Bedeutung. Er ist das Zeugnis der Existenz und Einzigartigkeit unseres Schöpfers. Dass wir atmen, leben, ja überhaupt existieren, verdanken wir Allah. Tawhîd bedeutet nicht nur, die Worte „Lâ ilâha illallah“ zu sprechen, sondern diese zu verinnerlichen und so zu leben. Er ist wie unsere Unterschrift unter einen Vertrag, der besagt, dass es keinen Gott gibt außer Allah.

Möge Allah uns ein Leben gemäß dem Tawhîd ermöglichen. Möge Allah es uns erleichtern, unserem Vertrag treu zu bleiben. Âmîn.

[1] Sure Muhammad, 47:19
[2] Sure Bakara, 2:258
[3] Sure Ankabût, 29:61

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.