Hutba: Der Glaube an das Jenseits

04. Mai 2018

Verehrte Muslime!

Wir alle sind Reisende auf dem Weg ins Jenseits. Unser Leben besteht eigentlich aus zwei Teilen: dem endlichen Leben im Diesseits und dem ewigen Leben im Jenseits. Deshalb sagte unser Prophet: „Die Erde ist das Ackerfeld des Jenseits.“[1] Damit meint er: Wer sein Feld im Diesseits nicht bestellt, wird im Jenseits nichts ernten können. Ob wir im Jenseits Allahs Barmherzigkeit oder Strafe erfahren, hängt davon ab, was wir hier tun.

 

Liebe Geschwister!

Der Glaube an das Jenseits ist eine der Säulen des  Îmâns. Im Koran heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Glaubt an Allah und seinen Gesandten und an das Buch, das er auf seinen Gesandten herabgesandt hat, und die Schrift, die er zuvor herabkommen ließ. Wer nicht an Allah und seine Engel und seine Bücher und seine Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist weit abgeirrt.“[2]

Verehrte Muslime!

Am Tag der Abrechnung erhält jeder, was er verdient hat. Für jede noch so kleine gute oder schlechte Tat wird er die Gegenleistung erhalten. An diesem Tag kann niemand vor Allahs Urteil davonlaufen. Der einzige Halt für den Muslim und seine Zuflucht sind seine aufrichtigen Taten.

Ob der Muslim im Jenseits gerettet wird, hängt von seinen Taten auf dieser Welt ab. Deshalb sollten wir, bevor wir im Jenseits zur Rechenschaft gezogen werden, uns jeden Tag selbst fragen, ob wir ein Leben im Sinne Allahs führen.

Liebe Geschwister!

Das weltliche Leben ist im Vergleich zum jenseitigen Leben sehr kurz. Deshalb sollte jeder von uns in seinem innersten verstehen, weshalb er auf dieser Welt ist, und dementsprechend handeln. Manchmal hat man den Eindruck, dass auch wir Muslime für diese Welt arbeiten, als würden wir ewig leben, und für das Jenseits, als würden wir morgen sterben. Doch weder sollte man für diese Welt das Jenseits, noch für das jenseitige Leben die Gaben in dieser Welt, seine soziale Verantwortung, seine Familie, die Gesellschaft, und die Umma vernachlässigen. Hier muss ein Gleichgewicht hergestellt werden.

Verehrte Muslime!

Ein Zeichen unseres Glaubens an das Jenseits ist es, alles, was wir tun, so gut wie nur möglich zu tun und unsere Familie, Freunde, Verwandte, Nachbarn, die Umma und allen Menschen gut zu behandeln. Inschallah gehören wir dann zu denjenigen, die das Paradies und Allahs Antlitz erblicken werden. Welches Glück kann es sonst geben?

Möge Allah uns allen ein glückliches Ende bescheren. Âmîn!

[1] Adschlûnî, Kaschf al-Hafa, Beirut, 1351, I, 412
[2] Sure Nisâ, 4:136

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.