Hutba: Takwâ

21. September 2018

Verehrte Muslime!

In der Sure Âli Imrân heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah, und sterbt nicht anders denn als Muslime.“[1] Was bedeutet es, Allah zu fürchten? Um das zu verstehen, müssen wir Folgendes wissen: Allah ist der alleinige Schöpfer aller Lebewesen. Er erschuf das gesamte Universum aus dem Nichts. Er ist der Versorger aller Menschen. Wir sind ihm dankbar für alle seine Gaben und vermeiden alles, was unsere Beziehung zu Allah gefährden könnte. Wie sollte es auch anders sein? Aber unser Vertrauen auf die Barmherzigkeit Allahs sollte nicht dazu führen, nachlässig zu werden. Denn so, wie seine Barmherzigkeit allumfassend ist, ist seine Strafe für die Ungerechten gewiss.

 

Liebe Geschwister!

Im Koran heißt es, dass „… nur jene verstehen und begreifen, die Wissen haben.“[2] Unser Prophet erklärte: „Einer Person ist Gottesfurcht als Wissen genüge.“[3] Wer sich der ewigen Allmacht Allahs bewusst ist, wird rechtgeleitet werden. Wer Allah nicht erkennt, der schadet sich selbst – im Diesseits und im Jenseits. Eine Harmonie zwischen Barmherzigkeit und Furcht, kann nur entstehen, wenn wir Allah, also seine Eigenschaften und Namen, kennen. Je mehr wir wissen, desto stärker wird unsere Ehrfurcht und Ergebenheit in Allah. Denn im Koran heißt es: „Nur die Wissenden unter seinen Dienern fürchten Allah.“[4]

Verehrte Muslime!

Gotteserkenntnis führt zu Gottesfurcht, weil Allah allmächtig und allvergebend ist. Aber er ist auch der Allmächtige, dessen Strafe für die Ungerechten gewaltig ist. Dennoch ist Allah barmherzig gegenüber seinen Geschöpfen und großzügig vergebend. Er möchte seinen Geschöpfen nichts Böses und wünscht das Beste für sie.

Liebe Geschwister!
„Takwâ“ beschreibt, wie Gottesfurcht sein soll. Es bedeutet zunächst, sich zu schützen. Takwâ beschreibt auch einen Menschen, der sich bemüht, die Zufriedenheit eines Schöpfers zu gewinnen. Er ist verantwortlich gegenüber ihm und wird sich deshalb von allen Sünden fernhalten. Wer das tut, wird sein Leben nach Allah ausrichten und nur Allahs Zufriedenheit anstreben. Jemand, der Ehrfurcht vor Allah hat, der wird seinen Weg gehen.

Allah hat uns Menschen zu seinem Statthalter, also seinem Hâlifa, gemacht. Das bringt viel Verantwortung im Hier und Jetzt mit sich, auch wenn wir Muslime, z. B. in Europa, als religiöse Minderheit leben. Denn vor allem dann sollten wir uns in allen Lebensbereichen um Takwâ bemühen und diese im sozialen Leben erkennbar machen. Ein guter Umgang mit unseren Mitmenschen wird inschallah dazu beitragen, dass der Islam hierzulande positiv empfunden wird.

Allah möge unseren Takwâ stärken. Mögen er uns helfen, zu denen zu gehören, die der Menschheit im Guten dienen. Âmîn!

[1] Sure Âli Imrân, 3:102
[2] Sure Ankabût, 29:43
[3] Bayhakî, Şuab al-Îmân, 2/204, Hadith Nr. 733
[4] Sure Fâtir, 35:28

 fatih-logo-original250x50

white_star.png

Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

white_important.png

Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.