Hutba: Die Zakat (Pflichtabgabe)

02. Juni 2017

Verehrte Muslime!

Alhamdulillah haben wir erneut den Ramadan erreicht. Möge Allah unser Fasten annehmen! Wenn wir vom Ramadan sprechen, denken wir an das Fasten, das Tarâwîh-Gebet und an die Zakat, die laut Koran von jedem zu zahlen ist, der dazu in der Lage ist.

 

Liebe Geschwister!

In der Sure Tawba wird unser Prophet dazu aufgerufen, die Zakat von den Muslimen einzusammeln und für sie zu beten. In dem Koranvers heißt es: „Nimm von ihrem Vermögen eine Spende, um sie dadurch zu reinigen und zu läutern, und bete für sie. Siehe, deine Gebete bringen ihnen Beruhigung.“[1] Mit dem Wort „Sadaka“ ist hier die Zakat gemeint. Muslime sollen sie zahlen und andere Muslime ebenfalls dazu einladen. Wer die Zakat einsammelt, soll zuerst für die Spender beten, bevor er die Zakat verteilt. Dadurch wird das Vermögen gereinigt und gesegnet.

Verehrte Muslime!

Hierzulande gibt es keine zentrale Stelle, dir für das Einsammeln und Verteilen der Zakat zuständig wäre. Daher ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass dies in bester Weise geschieht. Das ist sogar als Ibâda einzustufen.

Erinnern wir uns daran, was unser Prophet zu Muâz ibn Dschabal (r) sagte, als er ihn in den Jemen entsandte: „Sag dem jemenitischen Volk, dass Allah die Zahlung der Zakat und Spenden, die du von Reichen nehmen und Armen geben wirst, zur Pflicht erklärt hat.“[2] Die Aufgabe von Muâz bestand also darin, die Zakat entgegenzunehmen und zu verteilen.

Liebe Geschwister!

Unsere Gemeinschaft übernimmt seit vielen Jahren mit großer Sorgfalt die wichtige Aufgabe, die Zakat einzusammeln und zu verteilen. Lasst uns diese Möglichkeit nutzen und unsere Zakat und Spenden den zuständigen Geschwistern übergeben. Vergesst nicht: Viele unserer Dienste und Projekte werden mit den Zakat-Geldern finanziert. Daher ist es sehr wichtig, dass wir einen Beitrag dazu leisten.

Viele unserer Geschwister fragen, ob es möglich ist, die Zakat ihren Verwandten zu geben. Natürlich ist das möglich. Aber wir können unseren Verwandten jederzeit helfen, ja das ist sogar unsere Pflicht. Die Zakat sollte aber unserer Gemeinschaft vorbehalten sein, damit wir unsere Projekte fortsetzen und ausbauen können. Schließlich geht es um das Ansehen des Islams in Europa und die Stärkung der muslimischen Identität unserer Kinder. Hier dürfen wir auf keinen Fall nachlässig sein. Lasst uns deshalb unsere Zakat und Fitra-Abgaben unserer Gemeinschaft spenden.

Vergessen wir nicht die deutliche Botschaft folgenden Verses: „Und diejenigen, die mit dem knauserig sind, was Allah in seiner Huld ihnen gab, sollen nicht wähnen, es diene ihnen zum Guten: Nein, zum Bösen dient es ihnen. Als Kette sollen sie am Tag der Auferstehung um den Hals tragen, womit sie gegeizt hatten.“[3] Möge Allah unser Vermögen reinigen und segnen und uns reichlich belohnen!

[1] Sure Tawba, 9:103
[2] Buhârî, Zakat, 97; Hadith Nr. 1496
[3] Sure Âli Imrân, 3:180

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.