Hutba: Nähe durch Gottesdienste

07. Juni 2017

Verehrte Muslime!

In einem Koranvers heißt es: „Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, siehe, ich bin nahe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er mich ruft. Doch auch sie sollen meinen Ruf hören und an mich glauben; vielleicht schlagen sie den rechten Weg ein.“[1] Ein anderer Vers beschreibt unsere Nähe zu unserem Schöpfer folgendermaßen: „Wir erschufen doch den Menschen und wissen, was ihm sein Inneres zuflüstert. Und wir sind ihm näher als (seine) Halsschlagader“[2]

 

Liebe Geschwister!

Aus diesen Versen geht hervor, dass Allah uns nie fern ist, wobei mit „Ferne“ natürlich keine räumliche Distanz gemeint, wie wir Menschen sie kennen. Unsere Nähe zu Allah hängt von unseren Handlungen ab.

Durch innige Gebete und die Beachtung seiner Gebote können wir Allah nahe sein. Jedoch versucht unser Nafs, uns davon abzuhalten. Er versucht, uns davon zu überzeugen, dass es sehr schwer ist Allah nahe zu sein, aber viel einfacher, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Um uns den schädlichen Wünschen des Nafs zu widersetzen, müssen wir als Geschöpfe und Diener Allahs unsere enge Beziehung zu ihm aufrechterhalten und stärken. Wir müssen uns selbst und Allah gegenüber aufrichtig sein und Geschenke wie den Ramadan gut nutzen.

Verehrte Muslime!

Ali (r) berichtete: „Der Gesandte Gottes war auf einer Bestattung. Er nahm etwas in die Hand, begann damit über den Boden zu streichen und sagte: „Es ist keiner unter euch, dessen Platz in der Hölle oder im Paradies für ihn nicht vorbestimmt ist. Die Anwesenden fragten: „O Gesandter Allahs! Sollten wir uns dann nicht der Entscheidung Allahs ergeben und unsere Taten sein lassen?“. Der Gesandte antwortete: „Nein, verrichtet weiter gute Taten, denn für jeden sind seine Taten bereitet und vereinfacht. Anschließend las er folgende Koranverse: „Was nun den anbetrifft, der gibt und (Allah) fürchtet und das Beste für wahr erklärt, dem machen wir den Weg zum Heil leicht. Was aber den anbetrifft, der geizig ist und auf niemand angewiesen zu sein glaubt und das Beste für Lüge erklärt, dem machen Wir den Weg zum Unheil leicht.[3]

Liebe Geschwister!

Die zentrale Botschaft der genannten Koranverse und Hadithe ist diese: Der Mensch kann sich Allah nur selbst und auf dem von Allah beschriebenen Weg nähern. Allah nahe zu sein heißt, sein Wohlwollen zu erlangen. Dieses erreichen wir z. B. durch unser Fasten, unsere Gebete, Duâs und guten Taten.

Allahs Gnade und Hilfe können wir nur durch aufrichtige Dienerschaft und innige Gebete erlangen. Und das kann jeder nur selbst tun. Niemand kann eine andere Person Allah näher bringen!

[1] Sure Bakara, 2:186
[2] Sure Kâf, 50:16
[3] Buhârî, Tafsir, 474; Hadith Nr. 4949

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.