Hutba: „…und zahlt die Zakat“

25. Mai 2018

Verehrte Muslime!

Die Zakat ist eine der Grundlagen des Islams. Im Koran wird sie oft zusammen mit dem Gebet genannt. Sie kann zu jeder Zeit entrichtet werden; üblich ist aber, sie im Ramadan zu zahlen. Die Zakat, das Fasten und das Gebet sind wie Geschwister, die somit im Ramadan vereint werden. Das macht diesen Monat, der ohnehin schon segensreich ist, zu einer wertvollen und besonderen Zeit. Wer von dem Segen des Ramadans profitieren möchte, der zahlt darin die Zakat.

 

Liebe Geschwister!

Die Zakat gehört zu unseren festen Ibâdas. Jeder Muslim, der gewisse Voraussetzungen erfüllt, ist verpflichtet, sie zu zahlen. Maßstab bei der Berechnung der Zakat ist die Nisab-Grenze. Wer mehr Vermögen besitzt als für den normalen Lebens-unterhaltes seiner Familie nötig ist, der zahlt die Zakat. Dabei wird der vierzigste Teil des überschüssigen Vermögens an die im Koran festgelegten Personengruppen abgegeben.

Die Zakat ist keine beliebige oder freiwillige Ibâda. Sie ist der Wille unseres Schöpfers. Jeder Muslim, der die Voraussetzung dafür erfüllt, steht in der Pflicht, sie zu zahlen. Im Koran heißt es: „Und verrichtet das Gebet und zahlt die Zakat. Was ihr Gutes für eure Seelen voraussendet, das werdet ihr bei Allah finden. Siehe, Allah sieht, was ihr tut.“[1]

Verehrte Muslime!

Wir dürfen nicht vergessen, dass alles, was wir haben eine Gabe Allahs ist. Wir sind lediglich die Verwalter dieses Vermögens, und das nur für eine bestimmte Zeit. Der eigentliche Besitzer ist Allah. Während Allah uns reichlich von seinem Vermögen gibt, verlangt er von uns, dass wir nur einen kleinen Teil davon bedürftigen Menschen weitergeben. In diesem Bewusstsein sollten wir die Zakat zahlen.

Das bedeutet: Wir dürfen uns nicht an unseren weltlichen Besitz klammern, als seien wir und nicht Allah der wahre Eigentümer. Weil Allah unsere Schwächen besser kennt als wir selbst, ermahnt er uns. In einem Koranvers heißt es: „(…) aber wer da Gold und Silber hortet, statt es auf Allahs Weg auszugeben, ihnen verheiße eine schmerzliche Strafe!“[2]

Um nicht zu jenen zu gehören, für die diese Strafe Realität wird, zahlen wir unsere Zakat, und zwar am besten noch im Ramadan. Dies ist auch ein guter Schutz, ja quasi eine Versicherung für unser restliches Vermögen. Unser Prophet sagte: „Schützt euer Vermögen durch die Zakat, heilt eure Kranken mit Sadaka und sucht um Hilfe, um euch von einem Unglück zu befreien, indem ihr (Allah) bittet und anfleht.“[3]

Möge Allah unsere Zakat annehmen und uns Barmherzigkeit schenken.

[1] Sure Bakara, 2:110
[2] Sure Tawba, 9:34
[3] Überliefert von Abû Dâwûd, Abû Nuaym und Tabarânî

 fatih-logo-original250x50

white_star.png

Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

white_important.png

Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.