Hutba: Die Einsammlung und Verteilung der Zakat

29. Mai 2018

Verehrte Muslime!

Unser Schöpfer hat bestimmte Ibâdas für uns vorgesehen, über die uns der Koran und die Sunna informieren. Zu den verbindlichen Ibâdas, die im Koran genannt werden, gehört auch die Zakat. Doch wie soll die Zakat erhoben werden? Wer bekommt sie? Wie und für welche Zwecke soll sie eingesetzt werden? Auf diese Fragen antwortet der folgende Koranvers: „Nimm von ihrem Vermögen eine Spende, um sie dadurch zu reinigen und zu läutern, und bete für sie. Siehe, deine Gebete bringen ihnen Beruhigung. Und Allah ist hörend und wissend.”[1] In einem weiteren Vers heißt es: „Die Zakat ist nur für die Armen und Bedürftigen und die, welche sich um die Verwaltung (der Zakat) bemühen, und die, deren Herzen gewonnen werden sollen, und für die Gefangenen und die Schuldner und die Sache Allahs und den Reisenden. (Das ist) eine Vorschrift von Allah. Siehe, Allah ist wissend und weise.“[2]

 

Liebe Geschwister!

Unser Prophet machte es sich zur Aufgabe, die Zakat eigenhändig zu sammeln und zu verteilen. Dazu gründete er zunächst einen Zakat-Fond und beauftragte seine Gefährten mit dessen Verwaltung. Diese Tradition wurde bis zum Tod unseres Propheten weitergeführt.

In der Regierungszeit Abû Bakrs (r) entstanden erste Meinungsunterschiede: Es stellte sich die Frage, ob die Zakat an den Staatsfonds zu geben sei oder nicht. Trotz der Unstimmigkeiten war Abû Bakr (r) immer darum bemüht, die Zakat im Namen des Staates einzusammeln, auch von denen, die sich weigerten, diese Abgabe zu zahlen. Diese frühislamische Praxis wurde Jahrhunderte lang fortgeführt.

Heute wird die Zakat meist von muslimischen Organisationen eingesammelt, weil es oft keine staatliche Einrichtung dafür gibt. Daher müssen die Zakat-Abgaben in die von Muslimen eingerichteten Zakat-Fonds gezahlt werden. Diese Fonds sind wiederum dazu verpflichtet, die Zakat für die im Koran bestimmten Zwecke zu nutzen. Das bedeutet, es ist die Aufgabe der Zakat-Organisationen, die Zakat ihrem Zweck gemäß einzusetzen.

Verehrte Muslime!

In diesem Bewusstsein hat die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş einen Zakat-Fond zugunsten der Muslime Europas eingerichtet. Die in dem Fonds versammelten Zakat-Gelder werden an die in der Sure Tawba genannten  Personengruppen verteilt. Indem Muslime ihre Zakat und Fitra dem Fond anvertrauen und diese zweckgemäß eingesetzt werden, wird sowohl die koranische Praxis belebt als auch die Ibâda erfüllt. In diesem Sinne laden wir alle unsere Geschwister dazu ein, ihre Zakat und Fitra an dem IGMG Zakat-Fonds zu übergeben und somit ihrer Pflicht nachzukommen.

Die Zakat-Abgaben werden an bedürftige und notleidende Menschen verteilt. Gleichzeitig ist die Zakat aber auch ein unverzichtbares Mittel für die Gründung von Einrichtungen, die sich an die heranwachsende muslimische Generation richten.

Wir beenden unsere Hutba mit den Worten unseres Propheten: „Schützt euer Vermögen durch die Zakat, heilt eure Kranken mit Sadaka und sucht um Hilfe, um euch von einem Unglück zu befreien, indem ihr (Allah) bittet und anfleht.“[3]

[1] Sure Tawba, 9:103
[2] Sure Tawba, 9:60
[3] Tabarânî, al-Mu’dscham al-Kabîr, 8/464, Hadith Nr. 10044

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.