Hutba: Tawba

18. August 2017

Verehrte Muslime!

Sünden verdunkeln unsere Herzen. Nur wer seine Fehler einsieht und bereut, kann sein Herz reinigen. Reue bedeutet, sich von nun an von einer Sünde, einer schlechten Tat und von etwas Unrechtem fernzuhalten. Sie bedeutet, sich Allah wieder zuzuwenden und darauf zu hoffen, dass diese Rückkehr zu seinem Schöpfer angenommen wird.

 

Liebe Geschwister!

Koran und Sunna legen uns nahe, sofort zu bereuen, wenn wir einen Fehler gemacht haben.

Im Koran heißt es: „Und bekehrt euch zu Allah allzumal, o ihr Gläubigen, damit es euch wohl ergehe.“ „O ihr, die ihr glaubt! Kehrt euch Allah zu, in aufrichtiger Reue. Vielleicht deckt Allah eure Missetaten zu.“[1] Uns unser Prophet sagte: „O ihr Menschen, bereut aufrichtig…“ „O ihr Menschen, bereut bevor ihr sterbt.“[2]

Verehrte Muslime!

Es ist nicht nur wichtig, sich mit seiner Reue zu beeilen, sondern auch aufrichtig darin zu sein. Der Koran bezeichnet aufrechte Reue als „nasûh.“ Nur Allah kann diese Reue annehmen.

Damit aber die Reue aufrichtig ist, muss sie  bestimmten Voraussetzungen genügen. Dazu gehört, dass man sofort von der Sünde ablässt und keine ähnliche Sünde begeht. Denn wenn sich der Diener nicht von der sündigen Tat fernhält, heißt das, dass er nicht aufrichtig bereut. Und wenn er nicht bereut, war die Tat gewollt.

Liebe Geschwister!

Wenn wir eine Sünde begehen oder einen Fehler machen, ob bewusst oder unbewusst, müssen wir uns sofort Allah zuwenden. Wir brauchen keine Scheu davor zu haben, denn im Koran heißt es: „Siehe, Allah liebt die sich Bekehrenden und liebt die sich Reinigenden.“[3] Unser Prophet sagte: „Wer seine Sünden aufrecht bereut, ist so, als hätte er keine Sünde begangen.“[4]

Allah nimmt also die aufrichtige Reue an und vergibt seinen Dienern. Außerdem liebt Allah diejenigen, die von ihren Sünden ablassen und sich ihm zuwenden, denn für sündige Menschen gibt es keine andere Zuflucht als die Barmherzigkeit, Vergebung und Gnade Allahs.

Die Gläubigen brauchen keine Scheu zu haben, dass ihre Reue nicht angenommen wird. Wichtig ist nur, dass sie den Entschluss fassen, den Fehler nie wieder zu begehen.

Wenn ein Muslim einen Fehler macht, darf er sich nicht denken, „Ich bin nun ein schlechter Diener.“ Er darf nie die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Allahs aufgeben. Wie glücklich sind jene, deren Reue angenommen und denen vergeben wird!

[1] Sure Nûr, 24:31 und Sure Tah­rîm, 66:8
[2] Überlieferung nach Mus­lim, Al-Agar Al-Mudhâni und Ibn Mâdscha, Dschâ­bir (r)
[3] Sure Ba­ka­ra, 2:222
[4] Überlieferung nach Ibn Mâ­dscha, İbn Mas’ûd; Ibn Abi ad-Dun­ya und Anas (r)

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Ayat der Woche

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers,
des Barmherzigen.

Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.

(Quran, Sura Al- Imran 3:104)

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Freitagspredigt

Jeden letzten Freitag im Monat wird die Freitagspredigt in der Fatih-Moschee in deutscher Sprache abgehalten.

Eine Freitagspredigt auf Deutsch öffnet nicht nur die Moschee für alle Muslime unabhängig von ihrer Herkunft, sondern ermöglicht unseren Kindern und Jugendlichen die Probleme mit der Muttersprache haben, dieses besser zu verstehen und weiter zu vermitteln.